„Früh ist schön.
Spät ist auch schön.
Taudunst?
Ein zärtlicher Befehl?
Wenig zu sprechen?
In Gedanken aber schon redselig schlendernd?“
Wären die Gedichte von Farhad Showghi ein Garten, so wüsste man nicht, wie man hineingelangt ist, wüsste nur, dass man bleiben möchte. Dabei ist nicht gesagt, was der Garten, die Landschaft, das Wort ist. Es entfernt sich nach Belieben, um dann überraschend näher zu kommen. Showghi lässt die wissende Rede ruhen, versucht mit den Kniescheiben und Schultern auszukommen, mit Abläufen, die keiner Idee zu folgen haben und schafft so eine wunderbare nähere Umgebung. „Das Wort kann sich nach Belieben vom Ding entfernen. Muss nicht immer Sprache können. Es wird dem Ding irgendwann wieder näherkommen, ja, vielleicht sogar überraschen“, schreibt Showghi zu seinem neuen Gedichtband.
Farhad Showghi, geboren in Prag, verbrachte Kindheit und Jugend in der BRD und in Iran. Nach seinem Studium der Humanmedizin in Erlangen lebt und arbeitet er seit 1989 als Psychiater, Psychotherapeut, Autor und Übersetzer in Hamburg. Er veröffentlichte zuletzt die Einzelbände In verbrachter Zeit (2014), Wolkenflug spielt Zerreißprobe (2017) und Anlegestellen für Helligkeiten (2021). Farhad Showghi erhielt unter anderem Kulturförderpreise für Literatur der Städte Erlangen und Hamburg, den 3-sat-Preis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb, den N. C. Kaser-Lyrikpreis und den Peter-Huchel-Preis. Nun erscheint sein neuer Gedichtband Die nähere Umgebung bei kookbooks, aus dem auch das Zitat oben stammt.
Moderation: Jürgen Abel