Reinhard Meier liest aus „Lew Kopelew – Humanist und Weltbürger“

Lesereihe Literaten im Hotel am 24. Juni 2017

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Ende Juni stellt der Schweizer Autor Reinhard Meier seine soeben erschienene Biografie des Schriftstellers und Humanisten Lew Kopelew vor.

Im vorrevolutionären Kiew 1912 geboren und 1997 in Köln gestorben, war Lew Kopelew einer der grossen Brückenbauer zwischen der russischen und der deutschen Kultur. Er war gläubiger Kommunist, nahm als butjunger Aktivist teil an der grausamen Kollektivierung der ukrainischen Landwirtschaft, schrieb eine Dissertation über Friedrich Schiller und kämpfte als Frontsoldat in der Roten Armee gegen die Hitler-Truppen. Während des Einmarsches in Ostpreussen wurde er aufgrund von Verleumdungen verhaftet und kam für zehn Jahre in Stalins Gulag. Dort schloss er enge Freundschaft mit dem Mithäftling Solschenizyn, von dem er sich später entfremdete, als beide im Exil lebten.

Ab 1980 lebte Kopelew mit seiner Frau Raissa Orlowa im unfreiwilligen Exil in Deutschland. Dort wurde er dank seiner warmherzigen Ausstrahlung, seiner profunden Kenntnis der deutschen Sprache und Literatur und seines biografischen Hintergrund zu einer bekannten Persönlichkeit des öffentlichen Lebens. Der enge Freund von Heinrich Böll, Marion Gräfin Dönhoff, Andrej Sacharow und Christa Wolf setzte sich unermüdlich für Verständnis und Versöhnung zwischen Ost und West ein. An diesem Grundanliegen orientierten sich auch seine autobiografischen Bücher – darunter „Aufbewahren für alle Zeit!“ – und sein enzyklopädisches Werk über die gegenseitigen Wahrnehmungen und Einflüsse im Lauf der Geschichte. Kopelew trug so massgeblich zur Differenzierung des deutschen Russlandbildes bei.

Zur Person
Reinhard Meier legt mit seinem Buch die erste umfassende Biografie über Lew Kopelew vor. Er lernte ihn als junger Korrespondent der „Neuen Zürcher Zeitung“ in Moskau kennen und war auch während dessen Exiljahre in Deutschland mit ihm befreundet. Für seine Biografie konnte er sich neben vielen andern Quellen auf zahlreiche Dokumente aus dem Privatarchiv von Kopelew stützen. Reinhard Meier ist 1945 geboren und lebt in Zürich.

Zur Buch-Vorstellung führt der Autor ein Gespräch mit Christian Schmidt-Häuer, dem langjährigen früheren Moskau-Korrespondenten der „Zeit“. Auch Schmidt-Häuer hat Lew Kopelew persönlich gekannt. Er hat die Auflösung der Sowjetunion und die Übergänge zum heutigen Russland Putinscher Prägung aus der Nähe miterlebt und beschrieben. Ein Sammlung seiner Reportagen ist unter dem Titel „Erlebte Weltgeschichte. Prag, Polen, Moskau, Ungarn, Rumänien 1918-2013“ erschienen.

Anmeldung
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Der Eintritt zur Lesereihe „Literaten im Hotel“ liegt bei sechs Euro pro Person. Der Erlös der Ticketverkäufe geht zu Gunsten der Reihe „Schwanenwik goes Schulterblatt“ des Jungen Literaturhauses. Wir bitten um rechtzeitige Reservierung.

Eintritt: 6 Euro
Start: 17 Uhr

Literaturhaus Hamburg:
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Hotel Wedina
T +49 40 280 890 0
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